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Flikka Allround Wave 85l

Windsurfer sind ein eigenartiges Völkchen. Ständig werden Fachzeitschriften und das Internet nach neustem Material durchforstet. Tests werden regelrecht verschlungen und Bilder der ersten Erlkönige stundenlang beäugt. Jedes Jahr präsentieren die verschiedenen Marken uns neuste Innovationen und wollen uns verkaufen, dass neustes Material uns in höchste Windsurfing-Sphären hebt, die mit dem bisherigen Material natürlich unerreichbar bleiben. Das Materialkarussel dreht sich ständig und man hat das Gefühl, dass es sich Jahr für Jahr schneller dreht.

Ja, auch ich studiere regelmäßig Tests und durchstöbere das Netz nach neuem Material, das ein Windsurfer-Herz höher schlagen lässt. Aber mit dem Alter wird man ruhiger. Wobei mich zwar neues interessiert, ich habe aber noch nie den Drang verspürt, jährlich mein Material wechseln zu müssen. Ein Materialwechsel war bei mir bislang immer dadurch motiviert, dass entweder etwas kaputt gegangen ist oder dass sich meine Vorstellungen, was ich von meinem Material erwarte bzw. erhoffe verändert haben. Dies ging meistens Hand in Hand mit meinem zwar langsam, aber stetig verbesserten Fahrkönnen.

Nach knapp drei Jahren mit meinem Quatro Quad war es nun an der Zeit, was zu verwändern. Obwohl ich das Brett sehr mag und es definitiv ein sehr gutes Brett ist, gab es meines Erachtens zu wenig Surftage, an denen die Bedingungen für dieses Brett perfekt passten. Eigentlich komisch, denn ich hatte dieses Jahr definitiv meine beste Surfsession mit dem Quad. Aber dennoch, gerade in den bei uns oft böigen Bedingungen empfand ich es häufig als recht mühsam, ins Gleiten zu kommen und zu bleiben. Es geht und der Quatro Quad LS rutscht auch ordentlich los, keine Frage, aber ich bin davon überzeugt, dass es auch leichter geht und zwar ohne, dass man sehr aktiv fährt oder dass man zum größeren Segel greifen muss. Letzteres und überpowert surfen ist ohnehin nicht meine Sache.

Letztendlich hatte ich sehr konkrete Vorstellungen, was ich mir von meinem Waveboard erhoffe bzw. was ich davon erwarte. Es sollte sehr gut angleiten, gedämpft sowie wendig sein und sich am oberen Limit gut kontrollieren lassen. Nachdem ich mit meinem Tetra sehr gute Erfahrungen mit einem Trifin-Setup gemacht hatte, sollte diese Variante auch für mein kleines Brett die erste Wahl sein. Das Brett soll vor allem für die Ostsee perfekt passen, aber auch für den Einsatz auf der Nordsee oder im Urlaub (z.B. Teneriffa oder Kapstadt) taugen. Am Ende bin ich schlißelich bei der Customschmiede Flikka gelandet, die neben ihren Custom-Brettern auch eine kleine Serienlinie führen. Der dort angebotene Flikka Allround Wave Trifin erfüllt auf dem Papier alle Kriterien, die mir wichtig sind. Zum Kauf hat mich auch bewogen, dass das Brett aus einer Customschmiede kommt und von der Verarbeitung schon höherwertig ist als die Serienbretter der verschiedensten Marken, die (fast) alle bei Cobra in Thailand gefertigt werden. Komplettiert wurde der Kauf durch eine sehr gute Beratung, die mir das Gefühl gegeben hat, mit dem Brett richtig zu liegen. Und dass die Listenpreise der Serienbretter inzwischen astronomische, teils absurde, Höhen erreicht haben, hat den Kauf eines Flikka Bretts zusätzlich motiviert!

An Land macht das Brett jedenfalls einen sehr guten Eindruck. Die Verarbeitung ist hochwertig und auch die Kleinteile wie Finnen, Schlaufen und Schrauben überzeugen. Mit 6.15kg ist das Brett recht leicht und auch mit Schlaufen sowie Finnen fühlt es sich nicht viel schwerer an. Bislang bin ich sehr zufrieden und kann es kaum abwarten, den Trifin bald auch auf dem Wasser zu testen. Ob dort meine Erwartungen erfüllt werden, werde ich dann berichten!

Bis dahin, viele Grüße & Aloha,

Tom